Mit dem Sichuanpfeffer und Sansho geht es gleich wieder weiter, mit dem Chilli wieder einmal los.

Bei meiner zunehmenden Spezialisierung auf chinesische Küche, natürlich auch mit den entsprechenden “Sorten”/Varianten dafür.

Erjingtiao Chilli (?)

Einen ernsthafteren Versuch, Erjingtiao-Chilli anzubauen (und isoliert weiter zu züchten in der Form, die es haben sollte), will ich dieses Jahr unternehmen. Das wäre die eine Sorte aus China, die ziemlich bekannt ist, aber als Pflanze/Saatgut ausserhalb Chinas so gut wie gar nicht zu bekommen ist.

Die Erjingtiao, die in China im Handel sind, scheinen auch stets so gut getrocknet zu sein, dass die Samen nicht mehr keimfähig sind. Ich habe dieses Jahr noch einmal alles an Samen ausprobiert, was ich noch aus China hatte, aber diesmal keimt davon rein gar nichts mehr.

Letztes Jahr hat zumindest ein wenig gekeimt; von den bestaussehenden Früchten daraus habe ich jetzt auch Samen für den diesjährigen Versuchsanbau genommen.

Aussaat 2021

Sonst gibt es wieder die Standardvarianten chinesischer Chilli und die Nicht-ganz-so-Standard-Chilli, die mich beeindruckt haben bzw. für die Nutzung besonders gut erscheinen:

  • Mantianxing
  • Zidantou
  • Denglongjiao
  • Xiaomijiao
  • Huaxi Lajiao (Diese – angebliche – Variante von Erjingtiao hat seltsamerweise wieder ganz okay gekeimt…)
  • Hunan Jianjiao
  • Laoshanjiao Nr. 1
  • Laoshanjiao Nr. 8
  • Dafang Zhoujiao (Jizhuajiao; das “Hühnerkrallenchilli” aus Dafang)

Das Jinshujiao “goldenes Baumchilli” durfte natürlich auch wieder nicht fehlen.

Hengdong-Chilli werde ich wahrscheinlich sein lassen; grün ist es zwar nett zu verwenden, gelb gereift finde ich es aber eher einen Stunt als das richtige Chilli… und in der Zeit, die es gebraucht hatte, das zu schreiben und noch nicht online zu stellen, da habe ich dann doch etwas von Hengdong-Chilli und Zhoupi Lajiao ausgesät ;)

Nicht widerstehen konnte ich, ein wenig an Maikopskii 470 und Fizani Sladki auszusäen – aber das ist auch wieder einmal eine andere Geschichte (die mit dem “Sibirischen Hauspaprika” und anderem “sowjetischem” zusammenhängt).

Japanische ‘Chilli’

Zwei japanische Sorten mussten auch wieder sein; Shishitou und Manganji Tougarashi. Beide werden, wie die Pimientos de Padrón, vor allem grün gebraten und einfach mit Salz gegessen, und sie sind als solche direkt gegessenen Bratpaprika einfach perfekt. Wie gesagt, musste sein!

Überwinterte Pflanzen

Aus der Überwinterung wieder erwachen wird, hoffentlich bis sicher, das Shuanshuanla (Ghost Chilli) aus Yunnan, etwas vom “Nepalese Bell” (von dem ich auch etwas ausgesät habe), das ich am selben Ort wie das Tibetische Goldene Baum-Chilli gefunden hatte… ach ja, etwas von dem “Lhasa-Typ”-Chilli von dort ist auch am Wachsen!

Zumindest eine Pflanze von Xiaomijiao, dem “kleinen Reis-Chilli”, die ich überwintert habe, ist den Winter über weiter gewachsen und dabei, wesentlich grösser als zuvor zu werden.

Überwintert habe ich auch Charapita, Bird Ají, vor allem aber einiges an Chiltepin, die ich letztes Jahr (erst im Sommer) wieder begonnen hatte; das sind meine absoluten Lieblinge, auch bei aller Lust am chinesischen Chilli.

Sichuanpfeffer und Sansho

Sichuanpfeffer fängt allmählich an, wieder zu erwachsen (schöner Verschreiber, nicht?); der japanische Sansho ist ebenso am Kommen und zum Teil – in meinen Glashäusern – schon fast zu weit gekommen.

Wobei, zu weit kommt Sansho immer schnell.

Die grösste Pflanze davon habe ich jetzt aus ihrem Wuchsort in einem Hochbeet genommen und in einen Topf gepflanzt, damit sie die gerade sprossenden Knospen nicht gleich wieder in einem Frost verliert (wie es letztes Jahr passiert war). Noch dazu sind das auch Blütenknospen!

Natürlich könnte es jetzt passieren, dass die Pflanze mir dieses Umsetzen übel nimmt, und dann würde es dieses Jahr erst recht wieder nichts mit den Blüten – oder überhaupt mit der Pflanze.

Wie immer: das Gärtnern ist eine Lust… und ein rechter Frust.