Reisen können wir jetzt nicht, aber die kulinarische Kreativität und die Aromen verschiedener Orte, die können wir entdecken.

Für die fantastische chinesisch-malaysische Peranakan-Küche, wie man sie oft im Street Food in Singapur – oder mittlerweile wohl eher in Hawker Centers – finden kann, bietet Fossa Chocolate eine grossartige und einfache Einführung.

Schokolade ist natürlich nicht gerade das traditionellste „Essen“ rund um die Welt.

Wenn sie gut gemacht ist, dann ist sie ein Genuss, der meiner Meinung nach trotzdem ausgezeichnet in die Welt verschiedener Aromen führen kann. Solche Aromenkombinationen sind meist auch noch ziemlich kreativ.

Fossa Chocolate

Fossa Chocolate gehört zu den neueren kleinen Chocolatiers, die ihre Schokolade von der Bohne weg herstellen, mit grosser Aufmerksamkeit darauf, woher der Kakao stammt.

Aus diesem Rohmaterial werden, im kleinen Maßstab, Schokoladen hergestellt.

Manche bleiben rein der Kakao von bestimmten Plantagen; andere werden mit Geschmäckern versetzt, wie ich sie noch von keinem anderen Schokolademacher gesehen habe.

Würzig-scharfe Schokolade

Meine grösste Faszination mit Fossa sind, natürlich, die würzig-scharfen Aromen, die sie herstellen.

Die Herkunft vieler dieser Aromen lässt sich auf China zurückführen, oft auch die Änderungen reflektierend, die die (ursprünglich) chinesische Küche auf ihrem Weg durch Malaysien übernommen hat.

Oft etwa wurden auf dieser Reise zusätzliche, tropische, Gewürze hinzugefügt.

Spicy Mala

So etwa kombiniert die (neue) „Spicy Mala“-Tafel die Schokolade mit Erdnuss, Sesam, getrocknetem Chilli, Sichuanpfeffer, Kardamom, Lorbeerblatt, Zimt, Sternanis und Fenchelsamen.

Fossa beschreiben das Resultat als „betäubend-würziges duftendes Stir-Fry in einer (Schoko-)Tafel“; ich würde sagen, dass diese Schokolade alle typischen Aromen eines Hot Pot in Chongqing hat.

Chilli Peanut Praliné

Die „Chilli Peanut Praliné“-Tafel mit ihrem Geschmack von „gerösteten Erdnüssen mit einem scharfen Kick und einer rustikalen Textur“ ist ein stärker singapureanischer Geschmack. Satay-Sauce war die Inspiration dafür; die wesentlichen Geschmacksnoten kommen von Erdnüssen, Chilli und Meersalz. Sehr bemerkbar an dieser Schokolade ist der Effekt der Textur (des Mundgefühls).

Die Textur ist ziemlich rau – wie eben gesagt, „rustikal“… und es macht diese Schokolade anders als andere.

Salted Egg Cereal

„Salted Egg Cereal“ ist auch sehr Peranakan, ein „tze-char“ Gericht. Gesalzenes (Enten-)Ei ist in der chinesischen Küche nicht unbekannt, aber in der chinesisch-malaysischen Küche wesentlich bekannter – und hier, verwendet als Zerealien mit gesalzenem Ei(dotter) ergibt das einen schönen Knusper in einer „blonden“ (karamellisierten weissen) Schokolade mit einem ansonsten seidig-glatten Mundgefühl.

Mit Curryblatt weiter aromatisiert und mit Chilli Padi, das einen ziemlichen Kick gibt, ist diese Schokolade mein persönlicher Favorit.

Sie schafft es, sanft karamellig-buttrig und zugleich stark und speziell genug in ihren Aromen zu sein, so dass man sie nicht einfach abgelenkt verschlingen würde.

Echte Genuss(-mittel) Schokoladen

Das ist für mich ein gewaltiges Plus all dieser Schokoladen: Sie sind klein und leicht und dementsprechend teuer.

Aber wegen ihrer starken Aromen hat man länger etwas davon als von kiloweise sogenannter Schokolade, wie man sie für dasselbe Geld bekommen könnte – und die man dann binnen kürzester Zeit in sich hineingestopft hätte, ohne überhaupt sonderlich zu bemerken, was man da gemacht hat, geschweige denn auf eine kulinarische Entdeckungsreise zu gehen.

Teeschokoladen

Fossa macht auch Schokoladen, die subtiler aromatisiert sind, vor allem mit Tee. Und wiederum kann man die Ursprünge dieser Geschmäcker nach China zurückverfolgen.

Bei manchen der Tees ist die Verbindung offensichtlich: Sie kommen einfach aus China.

Dancong-Tee

Die verschiedenen Dancong-Tees zum Beispiel kommen vom Phoenix-Berg in Guangdong.

Fossa verwendet hier (in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls in Singapur ansässigen Teehändler Pekoe & Imp) stärkere, dunklere Hongcha und Oolong – und ich will es so erklären:

Zuerst hatte ich etwas von der „Duck Shit Dancong„-Schokolade (aus einem Tee, der natürlich seine eigene spezielle Geschichte hat), schon hatte ich etwas von dem Tee selbst bestellt. Er war einfach zu gut, um ihn nicht zu probieren.

Drifting Snowflake Jasmine Green

Es gibt von Fossa auch Schokoladen mit subtiler schmeckenden grünen Tees, die geradezu stereotyp für China sind.

Zumindest vom „Drifting Snowflake Jasmine Green“ war dennoch etwas nötig. Der Tee ist einfach zu typisch für China, und sein leichtes florales Aroma bietet einen schönen Kontrast zu einem scharf-würzigen Essen.

Lychee Rose

Mit anderen Aromen mag die Beziehung zu China weniger leicht erkennbar sein, aber sie wird damit nur umso faszinierender.

Ein grossartiges Beispiel bietet „Lychee Rose“.

Litschi werden vor allem in Südostasien kultiviert, aber auch in Südchina. Das süsse, Weintrauben-ähnliche Fruchtfleisch ist intensiv aromatisch (insbesondere, wenn man sie wirklich frisch – wie in China – bekommen kann); das Aroma erinnert ohnehin schon an Rosen.

Rose, der andere wesentliche Geschmacksbestandteil dieser Schokolade, mag weit entfernt von China erscheinen. Tatsächlich aber ist die Provinz Yunnan berühmt für ihren Rosenanbau, für Rosenblütenblätter, die zum Beispiel als Füllung für Mooncake-ähnliche Backwaren genutzt werden!

Also, auf die (Geschmacks-)Reise!

Es passt also alles – und es nimmt uns auf eine Reise, per Geschmacksnerven und Geist.

Geschmacksnotizen zu den einzelnen Schokoladen und ihren Hintergründen kommen in Kürze; erhältlich sind die erwähnten Sorten, sehr limitiert, in meinem Ma-La.shop.