Mein Sansho (Japanischer Pfeffer, Zanthoxylum piperitum) ist jetzt in seinem dritten Jahr, nach seinem zweiten Winter…

Das ist Sansho

In der Zwischenzeit ist mein Studium des Themas so weit fortgeschritten, dass ich mich traue zu sagen, dass dies wirklich Sansho ist, keine andere Art von Zanthoxylum (insbesondere jenen, die für Huajiao, also Sichuanpfeffer, verwendet werden).

Gut, die Samen kamen auch aus Japan, es sollte also Japanischer Pfeffer sein, Zanthoxylum piperitum, Sansho.

Man könnte glauben, das sollte ganz einfach zu sagen sein, aber botanische Fehl-Klassifikationen findet man immer noch viele; vor allem werden Sichuanpfeffer”körner” immer noch oft als Z. piperitum deklariert.

Davon können sie aber gar nicht sein, wie sich herausgestellt hat.

Typische Blattfärbung von Sansho
Dabei ist – im Idealfall jedenfalls – die Blattfärbung von Sansho typisch

Art und Nutzung

Andererseits können Kinome (junge Sprosse von Sansho) und Sansho hana bzw. Sansho no mi (Blüten bzw. junge “Körner” von Sansho) nicht von Sichuanpfeffer kommen.

Oh, es gibt durchaus Berichte, dass Sichuanpfefferblätter manchmal auch in China gegessen würden, aber die Nutzung junger Sanshoblätter und -blüten und -früchte in Japan macht wesentlich mehr Sinn, wenn man Z. piperitum gesehen hat.

“Bewehrt” ist allerdings auch Sansho

Diese Art scheint einfach weniger stachelig, zarter, zu wachsen, wenn sie jung ist. Und ihr Aroma ist auch feiner.

Wuchs und Wintertemperaturen

Den ersten Winter habe ich die Sanshopflanzen lieber in Töpfen belassen und kalt, aber frostgeschützt, in einem Innenraum untergebracht.

Mir war auch gesagt worden, dass die Pflanzen an ihrem japanischen Standort (woher ich die Samen hatte) keinen Frost abbekommen würden, also wollte ich lieber vorsichtig sein.

Den Winter haben sie ohne Probleme überstanden; das grösste Problem war, dass sie an dem Zeitpunkt, wo ich mich über ihr Überleben zu wundern begann – viel zu früh im Jahr eigentlich, als draussen noch immer regelmässig Frost vorherrschte – schon wieder ihre Knospen öffneten.

Den letzten Winter habe ich die Pflanzen draussen gelassen. Dies nun allerdings zum Teil im Freien, in einem Hochbeet, zum Teil in einem kleinen Glashaus (im Boden) bzw. in Töpfen in Glashäusern.

All die Pflanzen hatten über die letzte Wachstumsperiode gewisse Schwierigkeiten; ich war meistens nicht da, um mich um sie zu kümmern, und sie bekamen oft nicht so viel Wasser, wie wohl gut gewesen wäre. (Zugegeben, das passiert auch, wenn ich zu Hause bin; ich bin nicht der grösste Bewässerer.)

Der Winter war sehr mild; die Sansho-Pflanzen sind wieder eher zu früh zurück gekommen.

Wohl nicht überraschen wird, dass sie in den Glashäusern früher wieder belaubt waren, als ausserhalb.

Frostempfindlichkeit

Dieser Frühling war auch ein etwas spezieller, mit zu früh zu hohen Temperaturen, gefolgt von Frostnächten.

Die zwei Sansho im Hochbeet wurden davon erwischt. Eine der Pflanzen war schon weiter am Laubaustrieb, und all ihre Knospen sind erfroren.

Die zweite Pflanze, kaum einen Meter entfernt, war noch nicht so weit entwickelt, aber die kleineren Knospen sind genauso abgefroren.

Der Sansho scheint also wirklich etwas empfindlich auf Frost zu sein – wenn man das jetzt wirklich sagen, denn dieser Frost nach (zu) warmen Tagen war vielen Pflanzen ein Problem.

Andaliman-Pfeffer und der Winter

Ein interessanter Fall ist der Andalimanpfeffer (Zanthoxylum acanthopodium), der aus Südostasien kommt, keinen Laubabwurf macht – und seine im Winter teils ausgetrockneten Blätter mit steigenden Temperaturen wiederbeleben kann. Selbst bei ihm allerdings wurden frische Austriebe vom Frost abgetötet.

Frostschäden beim Andaliman-Pfeffer
Frostschäden beim Andaliman-Pfeffer

Neuaustrieb nach Frost

Alle Pflanzen haben inzwischen allerdings wieder neue Knospen, die austreiben.

Ein interessanter Nebeneffekt ist, dass mich diese Erfahrung wenigstens ein wenig zuversichtlicher macht, dass ich Kinome ruhig einmal ernten und in der Küche probieren könnte; der Sansho scheint ziemlich wuchsfreudig, jetzt wo er besser betreut wird und sich etabliert hat.

Neuaustrieb bei Sansho, nach Frostschäden
Neuaustrieb bei Sansho, nach Frostschäden

Weiter.

Zumindest eine der Sansho-Jungpflanzen hat es auch zu einer kleinen Blüte gebracht… mit der sich herausstellt, dass diese Pflanze wohl wirklich männlich und Z. piperitum tatsächlich zweihäusig ist.

Damit wird es interessant werden, zu sehen, welchen Geschlechts die anderen Pflanzen sind. Lauter “Männchen” wären ein Problem, was Frucht und Samen angeht ;)

Sansho-Blüten, männlich, im Makro-Foto
Sansho-Blüten, männlich, im Makro-Foto

Als nächstes kommen einige weitere Pflanzen, die eine deutsche Gärtnerei anzubieten hatte (an Z. piperitum, Z. schinifolium – koreanischem Pfeffer und Z. americanum).

Natürlich mache ich auch mit Versuchen, Samen aus China zum Keimen zu bringen, weiter… diese laufen allerdings nicht gut.