Starke Aromen, Besseres Leben

“Spicy Perceptions.” Highlights aus der Umfrage von Kalsec

Zahlen zu Trends rund um scharfes Essen sind nicht einfach zu finden. Umso interessanter, wenn es solche gibt – auf jeden Fall in der Studie des Flavor-Unternehmens Kalsec, Inc.

Kalsec befragte je 500 Personen in Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Mexiko, Thailand, Grossbritannien und den USA (per Online-Umfrage) nach ihren Präferenzen in Sachen scharfes Essen.

Einige der Resultate bestätigen, was zu erwarten war, einige sind spannend. Alle sind faszinierend. Ein paar sind mir so sehr aufgefallen, dass ich in diesem Eintrag darauf eingehen möchte.

Wachstum

Zuallererst einmal wurde festgestellt, dass (Interesse an) Konsum scharfen Essens von 43% im Jahr 2017 auf über 50% im Jahr 2019 angestiegen ist. Interesse bedeutet hier, dass scharfe Optionen gewählt würden, wenn in Restaurants oder zuhause gegessen wird.

Das alleine ist spannend, sind doch Umsatzzahlen o.ä. zu scharfen Saucen nicht leicht verfügbar, und sahen sie doch so aus, als wäre das Wachstum im Vergleich zu einigen Jahren früher abgeflaut.

Präferenzen und Eindrücke

Eher wenig überraschend zeigten sich die befragten Personen eher geneigt, scharfe Aromen in Saucen, Hauptgerichten oder Snacks auszuprobieren.

Scharfen Getränken oder Nachspeisen wurde eher zögerlich begegnet.

Wie scharf ist gut?

Auch keine Überraschung: Mittlere Schärfegrade waren insgesamt am beliebtesten.

Ein genauerer Blick auf diese Resultate ist allerdings sehr spannend (und wird in der Präsentation nur bedingt geworfen):

Keine Schärfe haben, über alle Regionen, in die eingeteilt wurde – Amerikas, Europa, Asien-Pazifik – in Speisen, die scharf sein sollen, nur 5% vorgezogen – dieselbe Zahl, in Europa und Asien-Pazifik, die hier für eine extreme Schärfe optierte.

Nur 20% wollten solches Essen mild haben.

“Extrem scharf” war allerdings nicht durchwegs die Option von 5% der Befragten. In den Amerikas nämlich wählten doppelt so viele, 10%, diesen Schärfegrad.

Mexikaner scheinen diesen Trend besonders beeinflusst zu haben; US-Amerikaner, Kanadier und Brasilianer wählten eher mittlere Schärfe. Ich frage mich aber doch, ob nicht auch die Liebe amerikanischer Chileheads zu “nuklear”-scharfen Saucen hier mitspielte.

Europäische Verhältnisse

Europa brachte gemischte Resultate:

93% der Konsumenten im UK gaben an, scharfe Speisen zum Abendessen zu essen.

53% der Deutschen sagten, dass sie in Restaurants oft scharfe Optionen wählen… und ich wundere mich, ob das überhaupt möglich ist, wenn ein Grossteil der Restaurants wahrscheinlich überhaupt keine scharfen Optionen anbietet.

Die Resultate für Deutschland waren ohnehin etwas belustigend:

Deutsche wählten, zwar nur um wenige Prozent, aber doch, häufiger “scharfe” Schärfegrade als Briten, Franzosen oder Italiener.

Kalsec allerdings testete auch, welche Schärfe in Produkten aus den verschiedenen Ländern wirklich zu finden war:

Die höchste Schärfe in deutschen, als “Scharf!” deklarierten Produkten, war nur halb so hoch wie jene in Italien und gerade einmal ein Viertel der Spitzenschärfe in Produkten aus Grossbritannien.

Welches Chilli?

Für mich das absolut interessanteste Ergebnis der Umfrage allerdings: Sie fand, dass mehr als der Hälfte der befragten Personen die Quelle der Schärfe, etwa die Chillisorte, wichtig war!

Dieses Thema ist mir, wie man hier am Blog (hoffentlich) unschwer bemerken kann, schon lange wichtig. Bisher schien es allerdings meist so, als wäre dies auch nur mir wichtig…

Es gibt in der ganzen Studie natürlich noch mehr, über regionale Präferenzen und Aromenkombinationen zum Beispiel, aber ich wollte hier nur ausgesuchte Highlights vorstellen, nicht das ganze Ding “stehlen”.

Man kann das “eBook” (PDF) “Spicy Perceptions” von Kalsec hier anfordern.

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