Chilli hat sich so erfolgreich um die Erde verbreitet, weil es so einfach wächst. Jetzt steht es offenbar im Begriff, einen weiteren Schritt zu machen… ins Weltall!

Einer der besten Tricks des Chilli ist es, so eine anpassungsfähige Pflanze zu sein.

Die Anpassungsfähigkeit des Chilli

Eigentlich, in ihrer amerikanischen Heimat, sind die Chilli perenne Pflanzen (mehrjährig; sie verholzen und wachsen jahrelang).

In Europa, am Anfang ihrer Verbreitung um die Welt, angekommen, wurden sie allerdings von Winterfrösten dahingerafft. Aber nachdem das erst passierte, wenn sie schon Früchte produziert hatten (also Samen, aus denen sie im nächsten Jahr wieder wachsen konnten), sahen sie aus wie einjährige (annuelle) Pflanzen.

Prompt wurde die dominante kultivierte Art von Carl von Linné als Capsicum annuum benannt.

Chilli-Arten und -Varietäten kommen auch in einer weiten Bandbreite an Lebensräumen vor. Sie wachsen in tropischen Dschungeln wie auch trockenen Bergregionen. Sie lassen sich in fruchtbaren Niederungen gut anbauen, aber kommen auch mit schwierigen Bedingungen zurecht.

Anpassung… an das Weltall?

Nach einigen grünen Gemüsen (und Erbsen, die aber anscheinend nicht zählen, weil sie von den Russen kultiviert wurden) soll nun das Española-Chilli die erste fruchtende Pflanze sein, die im Weltall angebaut wird.

ScienceAlert wie auch CNN haben darüber berichtet, dass die NASA plant, diese Varietät an Chillipfeffer ab November 2019 auf der International Space Station ISS anzubauen.

Die Española-Varietät wurde ausgewählt, weil sie in höheren Lagen wächst und darum eine kürzere Wuchsperiode hat.

NASA Plant Habitat
NASA Plant Habitat

Warum Chilli?

Chilli wurde aus Gründen ausgewählt, wie sie auch schon bei ihrer Verbreitung um die Welt eine Rolle darin gespielt hatten, sie so beliebt und einflussreich zu machen:

Chilli bietet einen speziellen Kick, der den Geschmackssinn gut anregt – zumindest für jene, die sich an den “Biss” von Chilli bereits gewöhnt haben.

Auf der Erde hat sich das schon sehr gut mit ansonsten milden Grundnahrungsmitteln wie dem Reis des subtropischen Asien kombiniert.

Man kann sich ausmalen, wie gut ein süss-scharfer Kick bei einer Diät von Astronautennahrung sein wird. Dieses Essen ist immer noch dafür bekannt, wie Karton zu schmecken… und im Weltall nimmt der Geschmackssinn offenbar noch stärker ab, als schon auf einem Flug. (Und wir wissen wohl, wie es damit schon so läuft…)

Chilli hat sich mit solchen Lebensmitteln auch darum so gut kombiniert, weil es Vitamin C und A bietet; auch nicht gerade schlecht.

Warum kümmert uns das?

Wir haben durchaus genug Herausforderungen auf der Erde zu meistern. Mit dem Klimawandel wird Nahrungssicherheit wohl wieder zu einem grösseren Thema werden.

Umso besser ist es, daran erinnert zu werden, was für eine grosse Rolle Pflanzen spielen, wie sehr sie mit unserer physischen wie psychischen Gesundheit zu tun haben.

In Entwicklungen für bemannte Raumflüge, hin zu Mondstationen oder Mars-Erkundung, spielen ökologische Lebenserhaltungssysteme eine Rolle.

Pflanzen könnten mit dem Recycling von Wasser und Luft (CO2-O2) helfen. Lebendiges Grün um sich zu haben hilft dabei, Stress zu reduzieren. Und natürlich spielen sie als Nahrung und für die Gesundheit eine grosse Rolle!

Nebenbei: In China haben "Weltall-Pfeffer" eine Geschichte. Hier ging es allerdings nur darum, Pflanzensamen - nicht zuletzt von Chilli - in das Weltall zu schiessen, um dadurch Mutationen auszulösen und neue Varietäten zu entwickeln. Es scheint (zumindest bei den Varietäten, die man zu sehen bekommt) auch ziemlich gut funktioniert zu haben. - Aber das ist eine andere Geschichte.