Man stelle sich vor, eine Marke wie Milka käme mit einer Schokoladen-Kollektion heraus, die sich an Connoisseure richtet, und man hätte eine Idee davon, was Meiji mit Meiji The Chocolate produziert hat.

Der Matcha-Geschmack darin ist die Ausnahmeerscheinung, aber er passt einfach zu gut zu meinen Interessen – und der Geschichte…

Zwei Aspekte nämlich kommen, gerade bei dieser Geschmacksrichtung, zusammen: Ein spezieller Zugang zu Schokolade zum einen; besondere Aromen und ihre Verwendung zum anderen…

Meiji The Chocolate, Schokolade einmal anders

Schon allgemein beim Thema Schokolade hat Meiji The Chocolate einiges an Aufmerksamkeit in Japan gewonnen.

Mit ihrer Bean-to-Bar-Arbeitsweise, mit verschiedenen Aromen, die sich großteils einzig aus der Verarbeitung ergeben, mit einer genauen Beschreibung der jeweiligen Aromenprofile, da richten sich diese Schokoladen an ein Publikum, das nicht nur einen schnellen Snack sucht – und der Preis, doppelt so hoch wie für “normale” Schokoladen in Japan, entspricht dem auch.

Meiji The Chocolate Matcha: Die Beschreibung des Aromenprofils

Meiji The Chocolate Matcha: Die Beschreibung des Aromenprofils

Gleichzeitig scheint nicht der unwichtigste Grund für den Erfolg von The Chocolate zu sein, dass sie in den, in Japan vielerorts leicht zu findenden, Mini-Supermärkten verkauft werden, in ihrem Design aber auch herausstehen: Die meisten Schokoladetafeln in Japan sind nämlich so etikettiert, dass sie längsseitig präsentiert werden (wie auch die normalen Schokoladen in Europa), Meiji “The Chocolate” aber steht hochkant – und sticht heraus.

Meiji The Chocolate Matcha

Meiji The Chocolate Matcha

Wie Jake Adelstein es in Forbes detailliert erklärt hat, hat sich all diese Aufmerksamkeit auf Design (und Geschmack) in grosser Instagram-Beliebtheit und guten Verkaufszahlen ausgewirkt.

Es gibt genug Schokoladen, die aus verschiedenen Varietäten von Kakaobohnen hergestellt und für mich leicht zu bekommen sind, dass mich die Auswahl an Geschmäckern von “Comfort Bitter” und “Elegant Bitter” zu “Brilliant Milk”, “Sunny Milk”, “Vivid Milk” und “Velvet Milk” nicht so interessiert hat.

Es gibt aber eben auch eine Schokolade mit Matcha-Geschmack in dieser Kollektion.

Matcha-Schokolade, Einmal Bitter?!

Schokoladen mit Matcha sind nicht gerade häufig, aber auch nicht so selten zu finden.

Sie werden dann aber fast immer mit weißer Schokolade gemacht, um den Matcha leichter zur Geltung zu bringen, indem grüne Färbung erkennbar wird.

Das mag gut sein, wenn es gut ist.

Meiji The Chocolate Matcha

Meiji The Chocolate Matcha

Ein guter Matcha aber kann durchaus mit der Bitterkeit einer dunklen Schokolade mithalten und harmonisiert mit ihr. Weiße Schokolade ist eigentlich zu süß und weniger aromenstark.

Meiji The Chocolate mit Matcha ist dennoch eine der wenigen dunklen Schokoladen mit Matcha, die ich kenne. (Die andere wäre die “Superfood”-Schokolade von Vosges Haut Chocolat.)

Geschmacksnotizen

In einem typischen Zusammenspiel von Aromen und Geschmäckern macht sich zuerst einmal die Süße der Schokolade bemerkbar, so gering diese auch ist.

Dann bemerkt man das reiche, ein wenig bittere und azidische, Aroma des Kakaos, der für diese dunkle Schokolade verwendet wurde.

Erst als ein Nachgeschmack kommt der Matcha hier zur Geltung, mit einem typischen Aroma eines guten, starken Matcha.

Meiji The Chocolate Matcha: Die Einzelpackungen

Meiji The Chocolate Matcha: Die Einzelpackungen

Die ganze “The Chocolate” Matcha Erfahrung ist sehr befriedigend.

Sie zeigt ganz wunderbar den Unterschied zwischen einer simplen, süssen Schokolade, die eigentlich eine zuckrige Süßigkeit ist und einer Schokolade, die wirklich diese Bezeichnung verdient hat.

Hier bekommt man drei kleine Täfelchen pro Packung – und jedes einzelne davon ist leicht, nicht hinunterzuschlucken, sondern zu genießen und damit zufrieden zu sein.

Das hat eine gewisse Schönheit.