Hört man von Tsukiji, dann hört man vom Fischmarkt und der Thunfischauktion dort.

Berühmt wie diese sind, ist es leicht alles zu übersehen, was sie umgibt – dabei kommt man leicht auf den faszinierenden äusseren Markt, nicht so leicht zur Fischauktion.

Eigentlich ist es etwas seltsam, dass der Markt – jedenfalls der Fischmarkt – überhaupt noch hier ist. Es gibt schon länger Gespräche darüber, ihn an einen anderen Standort zu verlegen, aber zumindest bisher ist er noch immer hier, wo er vor langem begründet wurde.

Bei diesem meinem Besuch – nach jenem vor 20 Jahren, wo ich es auch zur Thunfischauktion geschafft hatte, den äusseren Markt aber nicht einmal bemerkt hatte – hätte ich es gar nicht früh genug für die Thunfischauktion nach Tsukiji schaffen können.

Dafür muss man sich anstellen, lange bevor die Auktion beginnt – und damit einige Zeit, bevor öffentliche Verkehrsmittel wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Tsukiji Outer Market, am frühen Morgen

Tsukiji Outer Market, am frühen Morgen

Der äussere Markt mit weniger Fisch aber mehr Gemüse passt ohnehin besser zu meinen aktuellen Interessen.

Zwei Dinge bemerkte ich dank dieser besonders…

Namiyoke Inari Shrine

Zum einen gibt es hier doch tatsächlich einen Tempel. Okay, einen Shinto-Schrein, aber immerhin.

Tsukiji Namiyoke Inari Taisha

Tsukiji Namiyoke Inari Taisha

Die ‘Kreuzung’ von Spiritualität und Kommerz, die man hier finden kann, ist schon faszinierend.

Fischer hatten, gegeben die Unwägbarkeiten des Meeres, einen ziemlich gefährlichen Job. Und auch wenn alles gut lief und sie es sicher wieder in ihren Heimathafen zurück schafften, war ein guter Fang nicht unbedingt garantiert.

Alles Gründe, auch wenn die Sorgen sehr praktischer Natur gewesen sein mögen, nach spirituellem Beistand zu suchen.
Und selbst in der heutigen, modernen und High-tech-Zeit bestehen zumindest Ideen solcher Einflüsse weiter.

Der Äussere Markt

Zum anderen kann man, wenn man sich nicht so sehr auf den Fischmarkt und die dortige Auktion versteift, viel eher bemerken, was nicht alles am äusseren Markt verkauft wird.

Darunter unter anderem etwa derselbe Wasabi, den man ausserhalb Japans praktisch nie auch nur zu sehen bekommt…

Tsukiji Market Wasabi

Tsukiji Market Wasabi

Natürlich ist Japan wie es ist, und so findet man auch hier etwas an Fisch: in der Form von getrocknetem Katsuobushi und ähnlichem.

Tsukiji Outer Market Katsuobushi

Tsukiji Outer Market Katsuobushi

Das typische Problem von Pflanzen zeigt sich hier wieder einmal:

Die Thunfischauktion ist voller Action, selbst wenn – oder vielleicht erst recht, wenn – man eigentlich nichts davon versteht, was dort geschieht. Und der Thunfisch selbst ist eindrucksvoll genug, umso mehr, wenn man von seinem kulturell/kulinarischen und ökonomischen Wert gehört hat.

Kräuter, Gewürze und Pflanzen? Die werden viel leichter übersehen und als wenig besonders angesehen, auch wenn sie viele Geschichten zu erzählen hätten.