Noch ein billigerer – tatsächlich sogar der billigste – Matcha von Ippodo, ein guter Aufwach-Matcha wie ein Schuss Espresso, der absolute Kontrapunkt zu einem Matcha hoher, runder Güte.

Man kann nicht immer nur teuren Matcha trinken. Manchmal will man – hoffentlich – auch etwas anderes als süsses, umami-reiches Aroma.

Für einen niedrigen Preis und ein ganz anderes Aroma ist Aoyama-no-shiro von Ippodo eine interessante Wahl.

Die Rauheit des günstigen Matcha

Immer wieder nun habe ich diesen Matcha anderen vorgezogen, wenn ich nicht so gut geschlafen habe und etwas intensives, herb-bitteres für meinen Morgen wollte.

Der Aoyama-no-shiro eben zeigt die Rauheit eines günstigeren Matcha; hier bekommt man eine gewisse rauchige Note, nur einen Nachgeschmack von Süsse, vor allem aber intensiven, ziemlich bitteren Grünteegeschmack.

Wie ein Schuss Espresso weckt das gut auf, drängt sich vor die Sinne, macht sich bemerkbar.

Ein qualitativ besserer Matcha hätte wesentlich mehr Süsse und Umami, und einen runderen, dezenteren Geschmack; Aoyama-no-shiro ist nicht dieser Gentleman und Meister, sondern der ungestüme Söldner mit Kampfgeist. Auch interessante Qualitäten, aber eben für andere Situationen.

Lektionen in Kontrasten

Was man daraus auf jeden Fall lernen sollte:
Man kann sich durchaus an herb-bitteren Matcha gewöhnen und auch diesem gute Seiten abgewinnen.

Als Anfänger in Sachen Matcha muss man allerdings vorsichtig sein. Wer sich denkt, dass ein günstigerer Matcha besser wäre, weil die Kosten eines teuren Matcha sich doch nicht auszahlen würden, wenn man gar nicht weiss, ob er einem überhaupt schmecken wird… Nun, das ist schon richtig gedacht.

Aber mit einem günstigen Matcha anzufangen ist dennoch nicht empfehlenswert, sondern fängt man womöglich eben mit einem so speziellen, auch bitteren, Matcha an, dass man diesem Geschmack nicht so schnell etwas wird abgewinnen können.

Dies ist, zugegeben, einer der Gründe, warum ich im Zweifelsfall die Matcha von Marukyu Koyamaen vorziehen würde. In deren Sortiment finde ich selbst günstigere Matcha wesentlich leichter zu trinken, weniger herb im Aroma, als die günstigen Matcha von Ippodo, die ich nun ausprobiert habe.

Für den Kenner allerdings ist der Kontrast sehr wohl interessant und haben, wie gesagt, auch diese Matcha sehr wohl ihre Daseinsberechtigung. Manchmal braucht man schliesslich einfach eine starke bittere Tasse Tee, um sich einzustimmen auf einen harten Tag.