Matcha ist schon nicht mehr der grosse Trend – aber ob man überhaupt bei etwas mit hunderten Jahren Geschichte über Trends sprechen sollte, dazu werden wir wohl noch einmal kommen müssen.

Matcha ist dennoch – wenn nicht gerade durch seine Trendiness – etwas, was starkes Aroma hat, speziell ist und damit erst recht missverstanden wird.

Ein Thema also für ChiliCult, für mich. Ich trinke Matcha übrigens auch schon gleich lange, wie ich mich mit dem Chilli beschäftige, so seine 20 Jahre…

Aber, fangen wir am Anfang an: Wie macht man eigentlich einen Matcha?

Ein Wort zur Teezeremonie (Chado)

Der “Tee-Weg”, die japanische Teezeremonie, hat Matcha zum Inhalt. Man kommt darum nicht daran vorbei, sie zu erwähnen…

Wer chinesischen Hintergrund hat, amüsiert sich über das alles eher etwas: So wurde der Tee früher einmal in China zubereitet; die Japaner übernahmen das, wie so vieles, und machten es zu einer wesentlich aufwendigeren, ritualisierten, Aktivität. Typisch Japan. Extra-modern und irgendwie doch an Uraltem festhaltend, nach strengem Protokoll.

Man kann das alles aber natürlich auch positiver sehen, wozu ich hier auch neige.

Um den Matcha wird dadurch nämlich viel Aufhebens gemacht, zumindest von Kennern – und so sollte es meiner Meinung nach auch sein. Das moderne Getue um Matcha, da gibt es interessante Ideen, da wird aber auch viel an Dummheit produziert.

Auf jeden Fall wird da viel sogenannter Matcha produziert, der den Namen eigentlich nicht verdient hat. So wie auf das Thema Chillisorten/-typen, so will ich also auch auf Typen von Matcha näher eingehen.

Mit der Ritualisierung und Selbstkultivierung einer echten Teezeremonie aber hat eine Matcha-Zubereitung wie meine nicht viel zu tun. Sie nutzt natürlich manche Ideen und Dinge aus der Teezeremonie, aber von einer guten, echten, Teezeremonie ist sie weit entfernt.

Ich will aber auch nur eine gute Schale Matcha. Und fertig.

Wie ich Matcha mache

Damit also zu meinem persönlichen Morgenritual für Matcha. Wie ich gerne sage, der Bauernversion einer Teezeremonie.

Teezubehör

Das wichtigste an Zubehör, um Matcha gut zubereiten zu können, sind die Teeschale (Chawan) und der Teebesen (Chasen).

Okay, man könnte womöglich selbst hier mit irgendeinem Glas und einem Quirl sonstiger Art arbeiten, aber das fände ich dann wirklich abartig.

Idealerweise hat man auch noch einen Chashaku, den Bambus-Teelöffel, und die Wasserkelle (Hishaku ), um Matcha und Wasser gut dosieren zu lernen.

Ich verwende auch noch eine kräftigere Teeschale als Wassergefäss, um das frisch aufgekochte Wasser für den Tee auf die, für seine Verwendung guten, etwa 80 Grad Celsius abzukühlen.

Vorbereitung

Was ich nicht im Video zeige: Das Sieben.

Man sollte den Matcha zwar möglichst wenig mit Luftsauerstoff und Licht in Berührung kommen lassen, aber bei dem meisten Matcha ist es ratsam, eine kleine Ausnahme dazu zu machen. Man sollte ihn nämlich vor der Verwendung doch einmal durch ein feinmaschiges Sieb sieben, um Klumpen im Teepulver aufzubrechen.

Am besten gibt man den so gesiebten Tee dann in eine Teedose, aus der man ihn bald verwendet (und lässt den sonstigen, nicht so bald verwendeten, Vorrat in der Originalverpackung).

Oft genügt es mir auch schon, den Matcha einfach mit dem Teelöffel etwas auseinanderzubrechen, anstatt ihn zu sieben, aber empfehlen kann ich das nicht. Wenn es nämlich nicht gut gelingt, dann hat man Klumpen im fertigen Matcha, die sich beim Trinken ziemlich unangenehm bemerkbar machen.

Zur Vorbereitung gehört auch, dass man das Wasser für den Tee kocht und mit etwas davon die Teeschale, aus der man bald trinken wird, vorwärmt. (Bei manchen Teeschalen heisst es auch, dass eine solche Vorbehandlung wegen des Materials notwendig wäre.)

Ganz gegen die übliche Idee von “Brauchwasser”, das weggeschüttet wird, gebe ich dieses Wasser in meine, selbst auch mit etwas vom frisch gekochten Teewasser aufgewärmte, kräftigere Teeschale für das Wasser.

In dem Wasser bewege ich auch den Teebesen, um ihn etwas geschmeidiger zu machen und auf eventuelle Bruchstücke zu untersuchen. (Mit der Zeit brechen die Spitzen der Bambusborsten ab. Eigentlich sollte man den Teebesen dann bald durch einen neuen ersetzen, aber nachdem diese teuer sind, verwende ich sie gerne – für meine eigenen Zwecke – ziemlich lange. Wie gesagt, “Bauern”-Teezeremonie 😉 )

Matcha selbst

So wie ich es gelernt habe, gibt man in die leere, vorgewärmte Teeschale 3 Teelöffel-Gupf Matcha. Manche sagen, für einen “dünnen” Matcha (Usuicha) sollten es nur zwei (oder zwei-einhalb) Gupf sein, für einen “dicken” Matcha (Koicha) drei oder mehr.

Dazu kommt etwa eine halbe bis zwei Drittel-volle Bambuskelle an Wasser.

Übersetzt auf genauere Mengen …

Der Matcha wird dann mit dem Teebesen, locker aus dem Handgelenk bewegt, aufgeschlagen.

Man merkt die richtige Relation an Matcha-Teepulver und Wasser (und die Qualität des Matcha und die richtige Technik), wenn sich alles schön zu einer schaumigen Menge vermischt, nur am Boden bleibt natürlich Flüssigkeit.

Idealerweise hatte man von Anfang an keine Klümpchen im Matcha, bestenfalls kann man eventuell bemerkbare beim Aufschäumen zerdrücken und/oder aufschlagen – schlechtestenfalls bleiben solche im Tee und machen ihn, wie gesagt, unangenehm im Geschmack/Gefühl.

Richtig gemacht allerdings bekommt man einen schönen schaumig-angenehmen Matcha dabei heraus, der eine Freude ist – wenn man sich an den Geschmack gewöhnt hat und einen Matcha verwendet hat, der einen guten Geschmack ergibt.

Darum, weil dieses Thema (nicht nur bei Matcha) so wichtig ist und mir so am Herzen liegt, in Kürze mehr über verschiedene Sorten Matcha…