Von Abraham Gottlob Werner,”Vater der deutschen Geologie” zieht sich eine Verbindung geradewegs zu Chilli-Farben und einem der Probleme mit dem Thema Sorten, in ihrer Entwicklungsgeschichte betrachtet.

Wie das?

Ein Pantone der Naturforscher um 1850

Die Arbeit von Werner Von den äusserlichen Kennzeichen der Fossilien bildete die Basis, anhand derer der schottische Maler Patrick Syme und der (ebenfalls schottische) Naturforscher Robert Jameson Werner’s Nomenclature of Colours entwickelten.

Das Werk – gerade erst letztens auf der Webseite des Metropolitan Museum of Art vorgestellt, als Faksimile von Smithsonian Books wieder herausgebracht – illustriert die verschiedenen Farben, die man in der Natur findet; das Ganze mit der Farbe und Beispielen für ihr Vorkommen, bei Tieren, Pflanzen und Mineralien.

Kein Geringerer als Charles Darwin führte das Buch zum Beispiel mit sich (wie es The New Yorker schön beschrieben hat)…

Chili in der Nomenclature of Colours

Mir fällt natürlich auf, wo Chilli vorkommt:

Interessanterweise habe ich es nicht beim Rot gefunden.

Bild aus dem Scan auf archive.org; Link unten. Copyright erloschen.

Schwarz-grün allerdings wird erwähnt als die Farbe, die im Pflanzenreich in den “dunklen Streifen auf den Blättern von Cayenne-Pfeffer” zu finden ist.

Ja, es ist nur eine Kleinigkeit. Man muss schon ChiliCult-ist sein (und jemand, der auch sonst noch über das “Mehr Sehen”, die Dinge, die man so leicht übersieht, schreibt) um das zu bemerken.

Es ist aber auch interessant.

Chilli in Kunst, Chilli in seiner Entwicklung

Etwas unterschiedliche Färbung, zum Beispiel zwischen Blattfläche und Blattadern, manchmal natürlich auch dunkelviolett-schwarz umgefärbtes Laub, ist bei Chilli immer wieder zu finden.

So klar andersfarbige Streifen, wie sie in der Nomenclature als Beispiel verwendet werden, hätte ich auf Cayenne allerdings nicht bemerkt.

In der Kunst findet man Abbildungen von Chilli, seien es nun Pflanzen oder Früchte, ziemlich selten; in der botanischen Kunst findet man immer wieder Illustrationen – und bei denen wird das Thema des genauen Hinsehens, wenn man schon mal so etwas findet, noch etwas interessanter.

Vor allem etwa aus folgendem Grund:

Wir beschäftigen uns recht viel mit alten Sorten, mit traditionellem Chilli, mit seiner Vielfalt und seinem Wandel… und betrachtet man solche alten Darstellungen, dann findet man manchmal Typen von Chilli, die ganz leicht zu erkennen sind.

Sehr oft aber findet man auch Typen/Formen, die nicht sehr vertraut aussehen. Hat sich hier also etwas verändert? Oder waren die Illustratoren nicht so sehr an Genauigkeit und Details interessiert wie an allgemeinen Illustrationen?

In Werner’s Nomenclature of Colours, da ist der Blick auf Details jedenfalls mehr als eindeutig und genau…

Man kann das Buch übrigens auch auf archive.org eingescannt finden – oder eben in der Taschenbuch-Neuauflage von Smithsonian Books (hier per Affiliate Link zu amazon.de, der mir ein paar Cent bringen könnte, wenn man es darüber bestellt) kaufen.