Chilli in tibetischer Medizin

Ein sehr interessanter Fall ist die Erwähnung von Chilli im Blauen Beryll, einem tibetischen Werk über die Drogen und Anwendungen der traditionellen tibetischen Medizin, geschrieben (bzw. zu einem großen Teil gezeichnet) zwischen 1750 und 1800.

Das heißt, die Pflanze hat es binnen 250 bis 300 Jahren geschafft, nicht nur den Weg von Amerika (per Kolumbus) in die alte Welt zu nehmen, sondern auch bis in den Himalaya zu kommen und dort in die Volksmedizin integriert zu werden.
Bis sich Äpfel über ganz Europa verbreitet hatten dauerte es länger...

In den Beschreibungen von Medizinaldrogen wird dann doch einmal Chilli mit der Wurzel des langen Pfeffers gleichgesetzt - ein Mißverständnis aufgrund geringer Erfahrungen?

Andererseits aber ist die Nutzung des Chilli im Blauen Beryll eine spezielle; es wird ein Rezept erwähnt dass das Leben verlängern solle, bestehend aus Honig und Chilli):