Schokolade/Kakao in Mesoamerika
Wahrscheinlich haben schon die Maya Kakao (auch) so - scharf - getrunken, definitiv gab es dieses Getränk bei den Azteken. Aus deren Sprache kennt man auch die Bezeichnung chilcacahuatl (von chil- für rot bzw. Chilli und cacahuatl für Kakao).
Beide Völker haben Kakao jedenfalls in höchstem Masse geschätzt, die Bohnen waren sogar ein Zahlungsmittel. Zudem galt das Kakaogetränk als überaus stärkend: Heutzutage geht man in ein Wellnesshotel, relaxt, lässt sich massieren und bei gesundem Essen pflegen. Eventuell gibt es sogar Schokolade-Masken und –Fango für die Haut. Vom Azteken-Herrscher Montezuma hingegen ist bekannt, dass er 50 Tassen Kakao am Tag serviert bekam, insbesondere bevor er seine Frauen besuchte; schliesslich galt er als ein Gott, und Theobroma – so der spätere wissenschaftliche Name, den Carl von Linné dem Kakaobaum gab – galt als Speise der Götter.
Zubereitet wurde er allerdings etwas anders als wir Schokolade heute kennen:
- kaum (nur manchmal mit Honig) gesüßt,
- mit diversen Gewürzen versetzt,
- als recht dickflüssiges, bitteres Getränk,
- das durch Umschütten von einem Gefäß in ein anderes schaumig gemacht wurde.
Kaffee wird – komischerweise, wo er doch zur Anregung dient – nicht mit Chilli kombiniert; auch wenn moderne Kaffeemaschinen oft Tabs mit verschiedenen Sorten anbieten und man wohl selbst kreativ werden könnte. Hier ist nur Zimt, etwa in Südostasien, üblich. Natürlich kommt dieses Getränk aus einer anderen Weltregion als Kakao bzw. Chilli, aber verbreitet haben sich all diese Genussmittel eigentlich doch weit genug.
Die Erfindung von Tafelschokolade wird verschiedenen Personen bzw. Firmen zugeschrieben, aber schon zu den traditionellen mesoamerikanischen Zubereitungsformen zählt es, aus geriebenen Kakaobohnen und Gewürzen eine Masse zu formen und diese in Form gebracht zu trocknen. - Schokolade in fester Form erhält man dadurch zwar, allerdings war diese eben weder gezuckert, noch dazu gedacht so gegessen zu werden, sondern vielmehr ein Vorrat, den man bei Bedarf in Flüssigkeit wieder auflöste um das übliche Getränk zuzubereiten.
Auch wenn die Form der (Tafel-)Schokolade also nicht traditionell ist - wobei ja auch die gewürzte "heiße Schokolade" wiederentdeckt wird - so ist es doch eine genußvolle Entwicklung dass die Chillis wieder an die Schokolade gebracht werden.
Moderne "Sweet Heat"
Beispiele dafür gibt es genug, manche spezialisiert, manche bei denen Chilli nur ein Geschmack unter vielen ist:
- Cowgirl Chocolates
- Leysieffer
- Coppeneur
- Stainer
ChiliCult.com - Chilli und Kultur