Die Kultur der Chiltepines

Populäre Namen für Chiltepin gibt es in großer Zahl:

„chiltepec, chiltepillo, chilpaya, chile del monte, chile parado, pajaro pequeno, amomo, pico de paloma, pico de pajaro, chile de Chiapas, ululte, totocuitlatl, chile mosquito, tlilchilli, milchilli [und] diente de tlacuache.“ (Long-Solis 1998 (1986))

Mit der nordmexikanischen Sonora-Region und dem amerikanischen Südwesten ist der Chiltepin – nicht überraschend, hier ist er schließlich am verbreitetsten – eng verknüpft…

Für Sonora ist er geradezu eine Markierung der kulturellen Identität – nach dem Schema „ich bin aus der Gegend, also gehört Chiltepin zu den Grundnahrungsmitteln“; in Texas ist Chilipiquin (wie Chiltepin dort genannt wird) geradezu das nationale Gewürz.

In der Küche wird Chiltepin in vielfältigen Gerichten genutzt – grün, vor allem aber reif, frisch und getrocknet. Die simpelste Form ist zugleich eines der besten Vorbilder für den Chilehead, nämlich getrockneten Chiltepin in einer Dose als „Notvorrat“ mitzuführen und über das Essen zu streuen. Aber es werden Chiltepins auch in Essig oder in Sherry eingelegt um so einfache Würzen zu produzieren.

Chiltepin könnte als Diätmittel dienen, da das Capsaicin die Stoffwechselaktivität erhöht. Wer diese kleinen Granaten wie die Mexikaner als Ersatz für Zuckerl (Übersetzung für Deutschlanddeutsche: Bonbons) verwendet, der hat jedenfalls andere Probleme als die nächste Mahlzeit (und nimmt dabei mehr Vitamine C und A zu sich als in so manchem Multivitaminsaft).

Jedenfalls aber wurde Chiltepin schon lange als Stomachikum – appetitanregendes und die Verdauung förderndes – Mittel angesehen und genutzt.

Schon bei den Azteken war Chiltecpintli – abgeleitet von chil-/chilli und tecpin: Floh (wegen der Größe und oder des „Bisses“) – eine der üblichen Chillisorten, darunter die Form totocuitlatl („Vogel-Exkrement“ – man bedenke die Ökologie des Chiltepin!).

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