“Street Food” in Österreich

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Bei all der Faszination mit Exotik vergisst man gerne, wenn auch das eigene Land etwas so ähnliches hat – Street Food, Essen auf der Strasse, findet sich auch in Österreich, nicht nur in Asien: am “Würstlstand” jedenfalls.

Etwas Würze ist ja auch hier nicht falsch – und wie so oft ist das so selbstverständlich, dass man ganz darauf vergisst. Der Unterschied zwischen dem Selbstverständlichen zweier Orte wird ohnehin gerne vergessen – solange, bis die beiden Arten von “Normal” miteinander kollidieren.

Die üblichen Gewürze in Österreich sind Senf (süsser oder scharfer), eingelegte Zwiebelchen (Perlzwiebel) und eingelegte Pfefferoni (Pepperoni). Für ein wenig mehr Biss, eingelegte saure Gurken. Erkennen Sie das Muster?

Viel mehr wird eingelegt als in China, und es wird mit Essig eingelegt, der viel saurer ist als der in China (wo viel Essig als Erfrischungsgetränk verkauft wird und ungefähr so sauer schmeckt wie ein echt saurer Apfelsaft in Europa). In China würde Chilli ausserdem eher nicht eingelegt werden, sondern wird mit Salz konserviert.

(Es gäbe 酸菜 – suancai, was meist als Sauerkraut übersetzt wird. Aber auch dies sind mal wieder zwei Paar Schuh’: verschiedene Arten von grünem Gemüse werden dafür verwendet, nicht jedoch Weisskraut, das für Sauerkraut genutzt würde. Und – wohl nicht überraschend, wenn man ein wenig über die Gegend hier, Hunan, weiss – Chilli findet sich darin oft wieder. Selbst Frühstück ist hier oft schon etwas scharf…)

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@Erich Stekovics

P1090344Durch meinen Sommeraufenthalt in Österreich hatte ich auch die Gelegenheit, wieder einmal meinen guten Freund, Paradeiser- und Chillibauern Erich Stekovics, den “Kaiser der Paradeiser” zu treffen.

Am bekanntesten ist er wohl für seine eingelegten Tomaten – äh, Paradeiser – aber er produziert auch Fruchtkonfitüren und Produkte vom Chilli. Tatsächlich sind Chillisaucen, eingelegte Pepperoni und mit Chilli gewürzte eingelegte Früchte unter seinen Bestsellern…

Für mich als jemanden, der die Chillis und ihre kulturellen und kulinarischen Bedeutungen studiert, ist es immer wieder interessant zu sehen, wie eine grosse Vielfalt derselben kommerziell angebaut wird, wie mit verschiedensten Sorten aus der ganzen Welt experimentiert wird (darunter ja auch einige, die ich selbst für einen ebensolchen Zweck aufgetrieben habe). Das ganze noch dazu unter im wesentlichen biologischen Methoden, ohne industrielle Mittel und Methoden.

Das Highlight dieses Jahres: Wo würden Sie denken, wird eine Chilipflanze besser wachsen – in einem grossen Treibhaus, das ihr tropische Bedingungen bietet, oder einem kleinen, das gerade einmal gewissen Schutz bietet?

Wie man am Bild oben unschwer erkennen kann, wachsen die Pflanzen in ersterem wie verrückt. Sie produzieren jedoch im kleineren Treibhaus wesentlich besser. Die Pflanzen dort sehen – im Vergleich schon überhaupt – etwas zurückgeblieben aus, sieht man aber unter die Blätter, findet man eine wunderbare Fülle an Früchten (sh. unten).

Die Saga an Geschmacksunterschieden ging auch hier weiter: Süsse Konfitüren munden auch dem chinesischen Gaumen durchaus, frische Paradeiser aus der bunten paradiesischen Vielfalt bei Erich sind eine Offenbarung – solchen Geschmack kann man sich kaum vorstellen! Die österreichische Art, Chillisaucen herzustellen jedoch, findet gar keinen Anklang, ob nun mit Öl oder mit Essig, es ist so oder so zu anders. Kein Wunder, mögen Chinesen doch oft schon das Essen einige Landkreise weiter nicht so sonderlich ;-)

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