
Bei all der Faszination mit Exotik vergisst man gerne, wenn auch das eigene Land etwas so ähnliches hat – Street Food, Essen auf der Strasse, findet sich auch in Österreich, nicht nur in Asien: am “Würstlstand” jedenfalls.
Etwas Würze ist ja auch hier nicht falsch – und wie so oft ist das so selbstverständlich, dass man ganz darauf vergisst. Der Unterschied zwischen dem Selbstverständlichen zweier Orte wird ohnehin gerne vergessen – solange, bis die beiden Arten von “Normal” miteinander kollidieren.
Die üblichen Gewürze in Österreich sind Senf (süsser oder scharfer), eingelegte Zwiebelchen (Perlzwiebel) und eingelegte Pfefferoni (Pepperoni). Für ein wenig mehr Biss, eingelegte saure Gurken. Erkennen Sie das Muster?
Viel mehr wird eingelegt als in China, und es wird mit Essig eingelegt, der viel saurer ist als der in China (wo viel Essig als Erfrischungsgetränk verkauft wird und ungefähr so sauer schmeckt wie ein echt saurer Apfelsaft in Europa). In China würde Chilli ausserdem eher nicht eingelegt werden, sondern wird mit Salz konserviert.
(Es gäbe 酸菜 – suancai, was meist als Sauerkraut übersetzt wird. Aber auch dies sind mal wieder zwei Paar Schuh’: verschiedene Arten von grünem Gemüse werden dafür verwendet, nicht jedoch Weisskraut, das für Sauerkraut genutzt würde. Und – wohl nicht überraschend, wenn man ein wenig über die Gegend hier, Hunan, weiss – Chilli findet sich darin oft wieder. Selbst Frühstück ist hier oft schon etwas scharf…)
Durch meinen Sommeraufenthalt in Österreich hatte ich auch die Gelegenheit, wieder einmal meinen guten Freund, Paradeiser- und Chillibauern 