Was eine Nachricht!

“Burning chilli sparks terror fear”

A pot of burning chilli sparked fears of a biological terror attack in central London. [The dish uses extra-hot chillies which are deliberately burnt.]“

von: http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/england/london/7025782.stm

Ja, ja, mein berühmt-berüchtigtes Beispiel für das einfachste Herstellen von “Kampfgas”:
Chilli in die Mikrowelle.

1. Mai bei Arche Noah

Arche Noah – Verein zur Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt – in Schiltern hielt am 1. Mai wieder einmal den mittlerweile schon traditionellen Pflanzenverkauf und Tauschmarkt (und wie 2006 gab es auch dieses Jahr schon am Wochenende davor den Verkauf mit praktisch dem ganzen Angebot).
Wieder einmal war ich als Helfer dort, und die Erfahrungen sind immer wieder faszinierend:

Wieder einmal war eine der wesentlichen Fragen jene nach dem schärfsten Chilli das im Angebot wäre. Habanero ist inzwischen einigermaßen bekannt, Scotch Bonnet aber schon nicht mehr. Und selbst was Habanero ist, muss man vielen erst einmal noch erklären. Im nächsten Jahr findet man dafür Leute, die Habanero inzwischen kennen aber den Geschmack eigentlich gar nicht mögen. “Das schärfste” ist halt doch nicht alles ;-)

An zweiter Stelle der Beliebtheit folgt die Frage nach grünen Paprika.
Inzwischen die Standardantwort: Nehmen Sie, Sie können nicht falsch liegen.
(Unreifer Paprika ist grün, so gut wie jede Paprikasorte reift rot oder gelb – manche reifen schokoladenbraun, in neuen Zuchtsorten sogar violett. Eine neue Sorte bleibt grün – aber was bitte soll der Sinn darin sein?)

Die wahrscheinlich beliebteste Frage ist die nach Pfefferoni die scharf aber nicht zu scharf sind… Wirklich etwas wonach man noch weiter suchen sollte. Meist haben gerade die mittelscharfen Sorten die Neigung, entweder gar nicht scharf oder doch fürchterlich scharf zu schmecken, je nachdem was man gerade gewöhnt ist und welche Bedingungen die jeweilige Pflanze – wenn nicht sogar Frucht – während ihres Wachstums erfahren hat.

Der neueste Punkt dieses Jahres war die Erkenntnis, dass so manche Leute inzwischen von der Verkreuzungsgefahr bei Capsicum gehört haben. Allerdings dachten einige, diese würde sofort wirken. Sprich: Man pflanzt eine Chilli neben einer Paprika. Sie bestäuben sich gegenseitig. Man erhält – noch in der selben Generation, bei den Früchten auf diesen Pflanzen – eine Mischung aus beiden.
Bitte, wie war das noch mal mit den Blümchen und den Bienchen?!
(Das “Kind” der Pflanze sind die Samenkerne, die Frucht ist nur eine Art Anregung zum Transport der Samen – dementsprechend kommt das Ergebnis der Kreuzung natürlich erst dann zum Tragen, wenn aus den Samen wieder eine Pflanze wurde und diese Früchte trägt… Natürlich kann auch jetzt nicht ganz die gewünschte Eigenschaft herauskommen, aber nur wenn es in der Elterngeneration der jetzigen Pflanze zu einer Kreuzung kam.)

Aber, immer wieder eine interessante Erfahrung, und schön zu sehen dass es einiges Interesse am Capsicum gibt. Kommendes Jahr wird es wohl, durch den Studienaufenthalt in Lettland, nichts mit solcher Mithilfe werden…

Schokolade wird noch heisser…

Bei der Eurochocolate (grosse Schokoladenmesse in Perugia, Italien) 2005 war Chilli an Schokolade eines der großen Themen. Wir fragen uns immer noch, wann es soweit sein wird, dass Milka oder Ritter Sport ihre erste Chillischokoladen-Tafel anbieten.

Bisher selten – fast nur von http://www.cowgirlchocolates.com – zu finden waren Chillischokoladen mit weiteren Aromen. Aber auch da tut sich in letzter Zeit eine Menge:

Coppeneur, einer der über-drüber Chocolatiers Deutschlands, hat die Palette in Praline-Tafeln erweitert… da findet sich nun…

  • Chili und Highland Whisky (gut, aber Schärfe eher vom Alkohol)
  • Hot Chili und Black Pepper (angenehm, interessante Kombination) und neu
  • Chili con Cacao.

Bei letzterer sollte man unbedingt einmal in die Liste an Zutaten sehen – erstaunlich, klingt wie ein Tex-Mex-Chili (mit Bohnen, ohne Fleisch natürlich :)

Interessant innovativ wird es wieder mit den Italienern, Andrea Stainer vor allem:

  • Peperoncino di Espelette con Ananas
  • Peperoncino Italiano
  • Habanero
  • Scotch Bonnet con Rum
  • Peperoncino e Vaniglio Bourbon
  • Paprika Affumicata Agrodolce

Hachez (aus der Schweiz) hat auch zugeschlagen, mit einer Tafel Cocoa d’Arriba Mango Chili.

Man merkt, hier ist einiges los…
Coppeneur etwa dazu zu bringen, mit Chocolate Habanero zu arbeiten habe ich trotzdem noch immer nicht geschafft; die erste Absage einer eventuellen Zusammenarbeit weil es ohnehin schon von jedem Chocolatier Chilischokoladen gäbe habe ich allerdings (von anderer Seite) schon erfahren.