Arche Noah – Verein zur Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt – in Schiltern hielt am 1. Mai wieder einmal den mittlerweile schon traditionellen Pflanzenverkauf und Tauschmarkt (und wie 2006 gab es auch dieses Jahr schon am Wochenende davor den Verkauf mit praktisch dem ganzen Angebot).
Wieder einmal war ich als Helfer dort, und die Erfahrungen sind immer wieder faszinierend:
Wieder einmal war eine der wesentlichen Fragen jene nach dem schärfsten Chilli das im Angebot wäre. Habanero ist inzwischen einigermaßen bekannt, Scotch Bonnet aber schon nicht mehr. Und selbst was Habanero ist, muss man vielen erst einmal noch erklären. Im nächsten Jahr findet man dafür Leute, die Habanero inzwischen kennen aber den Geschmack eigentlich gar nicht mögen. “Das schärfste” ist halt doch nicht alles
An zweiter Stelle der Beliebtheit folgt die Frage nach grünen Paprika.
Inzwischen die Standardantwort: Nehmen Sie, Sie können nicht falsch liegen.
(Unreifer Paprika ist grün, so gut wie jede Paprikasorte reift rot oder gelb – manche reifen schokoladenbraun, in neuen Zuchtsorten sogar violett. Eine neue Sorte bleibt grün – aber was bitte soll der Sinn darin sein?)
Die wahrscheinlich beliebteste Frage ist die nach Pfefferoni die scharf aber nicht zu scharf sind… Wirklich etwas wonach man noch weiter suchen sollte. Meist haben gerade die mittelscharfen Sorten die Neigung, entweder gar nicht scharf oder doch fürchterlich scharf zu schmecken, je nachdem was man gerade gewöhnt ist und welche Bedingungen die jeweilige Pflanze – wenn nicht sogar Frucht – während ihres Wachstums erfahren hat.
Der neueste Punkt dieses Jahres war die Erkenntnis, dass so manche Leute inzwischen von der Verkreuzungsgefahr bei Capsicum gehört haben. Allerdings dachten einige, diese würde sofort wirken. Sprich: Man pflanzt eine Chilli neben einer Paprika. Sie bestäuben sich gegenseitig. Man erhält – noch in der selben Generation, bei den Früchten auf diesen Pflanzen – eine Mischung aus beiden.
Bitte, wie war das noch mal mit den Blümchen und den Bienchen?!
(Das “Kind” der Pflanze sind die Samenkerne, die Frucht ist nur eine Art Anregung zum Transport der Samen – dementsprechend kommt das Ergebnis der Kreuzung natürlich erst dann zum Tragen, wenn aus den Samen wieder eine Pflanze wurde und diese Früchte trägt… Natürlich kann auch jetzt nicht ganz die gewünschte Eigenschaft herauskommen, aber nur wenn es in der Elterngeneration der jetzigen Pflanze zu einer Kreuzung kam.)
Aber, immer wieder eine interessante Erfahrung, und schön zu sehen dass es einiges Interesse am Capsicum gibt. Kommendes Jahr wird es wohl, durch den Studienaufenthalt in Lettland, nichts mit solcher Mithilfe werden…