Frühling am Teller
Der Frühling (春, chun) ist im Anmarsch, und mit ihm kommt “toon,” was eine Verballhornung des Wortes 椿, chun, ist – wie man am Schriftzeichen erkennen kann, “der Baum des Frühlings”.
Falls das irgendwie nach etwas aussieht, was man von einem Baum hinunterschneiden würde – genau das ist es. Damit ist es auch, selbst unter Chinas eindrucksvoller Vielfalt an grünen Blattgemüsen, eine Besonderheit. Aroma und Geschmack sind einzigartig, recht stark aber angenehm. Daniel Rühlemann beschreibt Toon als “Maggi-Kraut auf asiatisch” (und von Rühlemanns gibt’s die Pflanze auch zu kaufen).
Toon-Blätter werden nicht nur frisch, sondern auch konserviert verwendet.
Dazu werden die Blätter klein gezupft, leicht gesalzen und dann in der Sonne getrocknet. Verwendet wird das ganze ähnlich wie die frischen Blätter; manche essen dies auch gerne als Snack…
“Rezepte”
Toon-Omelette:
Man schneide einige der Blätter (mit Stiel) klein, gebe sie in eine Schüssel, füge 1-2 Eier hinzu und schlage sie. Leicht salzen. Ausreichend Öl in einer Pfanne (einem Wok) erhitzen bis ziemlich heiss, die Ei-Toon-Mischung hinzufügen und beidseitig braten bis durch.
Würziger Toon mit Schwein:

Man schneide etwas Toon,Schweinefleisch und Chilli.
Fleisch in etwas Öl braten bis knapp durch, Chilli und Toon hinzufügen, braten bis das Fleisch etwas gebräunt ist. Geniessen.
[Ein kleiner Warnhinweis: Chilli anzubraten ist typisch für die Hunan-/Xiang-Küche. Dabei ist es ratsam... nun ja, sich daran zu gewöhnen. Und es nicht in Gemeinschaftsküchen zu versuchen die man mit anderen, vielleicht empfindlichen, Personen teilt. Niesanfälle sind ganz normal. Hier gibt es mehr zum Thema Chilli-Feuer zu lesen.]
Konservierter Toon mit geräuchertem Huhn
Man schneide Stücke vom geräucherten Huhn ab und (falls nötig) klein; zerkleinere ein wenig frisches, scharfes Chilli (rot) und nehme etwas konservierten Toon.
Alles zusammen auf nicht zu grosser Flamme braten bis das Huhn leicht knusprig ist, am Ende mit ein wenig Wasser kurz kochen (für ein wenig Sauce und um die Aromen zu verteilen).
Fertig.
[Das ist natürlich kein Rezept für den europäischen Alltag – ich sage nur: Räucherhuhn?!? - aber es lässt sich auch mit frischem Hühnerfleisch machen. Dann gehórt etwas Salz dazu und wird es gut sein, das Hühnerfleisch zuerst anzubraten.]
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