Chilli. Du Machst das Falsch.

 

Gewürzmischungen und Curries und ähnliches, worin verschiedene scharfe und aromatische Zutaten miteinander kombiniert (und oft gegeneinander kontrastiert) werden, gibt es schon lange.

Chile Merkén
Chile Merkén

Diese würden durchaus mit Zutaten, allen voran simplem Reis, kombiniert, die von sich aus nicht so viel Geschmack besitzen. Okay.

Heutzutage aber ist es unheimlich beliebt, Chilli als eine überaus individualistische Sache zu betrachten.

Beim Essen, da geht es dann nur mehr um ein „Ich werde einfach meine Lieblingssauce dazu geben, und es passt schon„.

Beim Herstellen solcher Saucen geht es nur um ein „Ich gebe einfach ‚das schärfste Chilli‘ dazu, und es wird sich schon gut verkaufen (und mich auch noch billiger kommen)„.

Diese Einstellungen, die zeigen wieder einmal nur eines:
Wo die Chilli keine wesentlichen Zutaten sind, dort weiss man meist nicht, wie man mit dem Chilli kocht.

Und das ist fast überall, ausser in Teilen von China und Indien sowie Mexiko, der Fall, ganz besonders aber im „Westen“.

Übrigens, wer mich zu diesem Thema „predigen“ sehen und hören möchte: Hier bitte…

Dort, im „Westen“, sind es meist auch nur wenige Leute in einer Familie, die ihr Essen gerne scharf und würzig haben.

Dementsprechend beliebt sind dann eben scharfe Saucen und Chillisalze, mit denen der/die eine mit Lust am Scharfen sich seinen/ihren Teller würzen kann.

Es hilft wenig, dass die Chilli-Liebenden im ‚Westen‘ typischerweise Chilli-Extremisten sind, die es immer gleich so scharf zu mögen scheinen, dass es schmerzhaft und ihr Essen für alle anderen ungeniessbar wird.

Hunan Home Cooking
Hunan Home Cooking: Nicht alles ist scharf; alles scharfe ist so, wie es sein soll

So oder so, ohne viel Nachdenken einfach Chillisaucen oder Chillisalz über fertiges Essen zu leeren ist ein Akt der Ignoranz.

Schliesslich beinhalten Speisen – und Chillis – ihre eigenen Aromen und Geschmäcker – und Schärfen – welche so kombiniert werden sollten, wie sie sich im Kochen gut kombinieren und kontrastieren lassen und wie sie die gewünschten Schärfen und Aromenprofile der fertigen Speisen ergeben.

Klar, schlecht gemacht aus den Lebensmittellabors großer Konzerne hat man einen Allerweltsgeschmack, der bloß möglichst viel Konsum anregen soll.

Gut gemacht aber sollte das Resultat eine Speise sein, die jeder essen kann – oder an deren Schärfe sich jeder gewöhnen kann.

Und wenn nicht, dann gehört ein weiteres Gericht, für all jene, denen das andere zu scharf ist, hinzugefügt.

Speisen gehören aber nicht nolens volens „verschärft“. Der Koch, sei es nun Chefköchin oder Hausfrau oder Mann am Herd oder Haubenkoch, hat sich schliesslich, hoffentlich, etwas dabei gedacht.

Zhang Mama's Küche
Zhang Mama’s Küche

Umso schlimmer, wenn solche Geschmacksverwirrung mit einer Chillisauce gemacht wird, die ganz andere Aromen hinzufügt.

Eine Habanero-Mango-Sauce mag zu einem Barbecue jamaikanischen Stils passen, gehört aber nicht einmal in die Nähe ostasiatischer Küche.

Völlig egal, wie gut sie jemandem schmeckt und wie aromatisch sie auch sein mag, wenn man nur diese Sauce für sich verkostet; sich so dem Chilli zu nähern, das zeugt von einem mangelnden Verständnis desselben. Und überhaupt von Essen.

Also, lernen wir, was besser ist – und kochen wir mit dem Chilli. So wie es richtig gehört und gut passt!

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