Das arme Chilli, oder: Warum Chilli nicht zu feiner Küche wurde

Diego Velázquez, Kitchen Scene with Christ in the House of Martha and Mary

Die Chillipfeffer gelten nicht gerade als ein feines Gewürz (oder werden als vielfältig wahrgenommen). Der Grund dafür scheint in der Interaktion ihrer botanischen Eigenschaften mit der menschlichen Psychologie zu liegen:

Das Chilli war so effektiv, es hat nicht nur (angeblich) den Pfeffer von seinem Thron gestossen, sondern gleich die gesamte scharf-würzige Küche zu einem Zeichen von niedrigem Status werden lassen. „Das arme Chilli, oder: Warum Chilli nicht zu feiner Küche wurde“ weiterlesen

Kochen mit ChiliCult: JiaChang Doufu, Oft-Zuhause-Gekochtes Tofu

Jiachang Doufu

JiaChang Doufu, Tofu nach oft genutzter Art des Hauses, brät festen Tofu zu einem etwas kräftigeren Mundgefühl um ihn dann auch noch mit Chilli und Knoblauch würzig zu machen.

Die Würzung ist eine typische für die Hunan-Küche, und in ihrer Mischung aus Salz, ein wenig Fett (Öl) und eben Würze ist sie genau das, was Tofu braucht und was zu Reis wunderbar passt.

Wie üblich für die Hunan-Küche ist hier das richtige Chilli, mit schöner (roter) Farbe, Aroma, aber nicht zu hoher Schärfe, essentiell.


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Kochen mit ChiliCult: JiaChang Doufu, Oft-Zuhause-Gekochtes Tofu
Ein schönes Rezept, um den guten Geschmack eines festen Tofu, zubereitet nach Hunan-Art, schätzen zu lernen
Jiachang Doufu
Menüart Hauptgericht
Küchenstil Hunan-Küche
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 20 Minuten
Portionen
Personen
Zutaten
Menüart Hauptgericht
Küchenstil Hunan-Küche
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 20 Minuten
Portionen
Personen
Zutaten
Jiachang Doufu
Anleitungen
  1. Tofu in Scheiben schneiden, ca. 7 mm dick, halbiert. Chili waschen und in Stücke (eher kleiner) schneiden; Knoblauch schälen und grob zerdrücken; Ingwer in dünne Scheiben schneiden.
  2. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen. Tofu nach und nach im heissen Öl braten. Dabei nicht bewegen sondern erst braten lassen, bis unten erkennbar gebräunt, dann lösen und wenden, andere Seite bräunen lassen. Fertig gebratenes Tofu auf einen Teller geben und mit den restlichen Stücken weitermachen, bis alles Tofu gebraten ist.
  3. In der Pfanne mit etwas Öl das Chilli anbraten (maximal bis es sich leicht zu verfärben beginnt). Knoblauch und Ingwer hinzufügen, ein paar Minuten mitbraten (maximal an den Anfang der Bräunung beim Knoblauch, aufpassen, dass das Chilli nicht anbrennt…)
  4. Wasser aufgiessen, salzen, etwas Sojasauce hinzufügen, noch einmal aufkochen lassen. Herd ausschalten.
  5. Gebratene Tofuscheiben hinzufügen, alles gut durchwenden (um es zu vermischen, das Tofu aber nicht zu zerbrechen).
  6. In einem Suppenteller anrichten, mit gehacktem Schnittlauch garnieren.
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Kochen mit ChiliCult, Saisonal: Spargel im (Austro)Hunan-Stil

Bevor die Spargelsaison gleich wieder vorbei ist, da ist es höchste Zeit für ein Rezept in unserem typischen Hunan-Stil.

Diese Art zu kochen stellt mich allerdings immer wieder vor dieselbe Herausforderung: Wie beschreibt man eigentlich etwas als ein Rezept, das so einfach ist und davon ausgeht, dass man eine gewisse Ahnung vom typischen Kochen hat?

Aber gut, genau darum gibt es ja auch das Video dazu, damit man auch vom Zusehen lernen kann. Und diesmal habe ich keinen so blöden Fehler gemacht wie bei den Hühnerflügeln, die ich für dasselbe Essen gekocht hatte…

Na ja, den Spargel ein wenig unter einem Deckel zu dünsten ist normalerweise hier gar nicht nötig, aber bitte.

Die Kombination, die man hier findet, ist typisch Austro-Hunan:

Spargel ist nicht gerade ein chinesisches Gemüse; er wird dort nicht angebaut.

Er passt allerdings doch ins Küchenprogramm, immerhin ist er ein schmackhaftes Gemüse, und noch dazu ein Gemüse, das relativ gut saisonal angeboten wird. (Es ging natürlich schon etwas verfrüht mit Spargel aus Peru und von sonstwo los, aber der meiste kommt ja doch aus dem Marchfeld und anderen Orten in der Nähe…)

Hunan-typisch kochen wir ihn mit Chilli; so passt das dann schon überhaupt in den Hunan-Stil.

Wieder einmal ist ziemlich klar, was für Chilli es braucht:

Grünes Chilli nämlich. Nicht zu scharfes, aber schon etwas würziges.

Dazu noch etwas Knoblauch für den verstärkten Geschmack und man hat ganz übliche Hunan-Küche, die einfach schmeckt.

Ich hatte mich auch einmal an Spargel, eingewickelt in Speck und im Ofen gebacken, versucht. Ich fand den nicht so schlecht, der Kommentar von Xiaohe (meiner besseren Hälfte) war aber typisch: „Was? Wieso hast du den Spargel nicht so gemacht wie immer? So mag ich ihn lieber.“

Tja.

Genug gehabt, liebe Leser, von Spargel mit (vielleicht auch noch Fertig-)Sauce?

Dann probiert doch mal diese Hunan-inspirierte Version.

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Kochen mit ChiliCult, Saisonal: Spargel im (Austro)Hunan-Stil
Menüart Hauptgericht
Küchenstil Hunan-Küche
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 10 Minuten
Portionen
Personen
Zutaten
Menüart Hauptgericht
Küchenstil Hunan-Küche
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 10 Minuten
Portionen
Personen
Zutaten
Anleitungen
  1. Spargel waschen, dicke Enden abschneiden wenn/wo holzig. (Eventuell etwas schälen, wenn sehr dicke Haut, älter.)
  2. Spargel in kürzere Stücke schneiden (etwa in Drittel), dann diese der Länge nach vierteln oder in noch kleinere Stifte schneiden. (Julienne von Spargel, wenn jemandem das was sagt.)
  3. Chilli waschen und fein schneiden.
  4. Knoblauch schälen, quetschen, etwas hacken.
  5. Öl in Pfanne erhitzen.
  6. Spargel braten (stir-fry)
  7. Wenn Spargel weicher wird, Chilli und Knoblauch dazugeben und mit braten.
  8. Salzen und servieren.
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