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Auf der Spur von Würze in Japan 11: Tempura Yaoki, Kyoto

Ein wenig weiter nördlich vom Nishiki-Markt in Zentral-Kyoto, auf derselben Art schmaler und dunkler Seitenstrasse wie Gogyo Ramen, findet man Tempura Yaoki.

Ich habe eine Vorliebe für Tempura; es macht eine so schöne Geschichte der Übernahme „fremder“ Küche, die simplistische Geschichten von solchen Übernahmen, wie sie heute so häufig vorkommen, Lügen straft. Und es ist einfach so ein einfaches, aber nicht wirklich einfaches, Essen.

Tempura sollte es also sein.

Nach jenem bei Kamachiku in Tokyo, welches dort eigentlich gar nicht die Hauptrolle hätte spielen sollen, war es notwendig, auch anderswo ein Tempura auszuprobieren.

Ob die Geschichte stimmt, wonach der Besitzer von Yaoki seinen eigenen Garten für das verwendete Gemüse hätte, kann ich nicht sagen. Die Einschätzungen früherer Besucher schienen auch zu schwanken, aber auf diese verzichte ich immer öfter. Zu viele Leute schreiben zu dumme Beschwerden in ihren Bewertungen.

Es klang alles jedenfalls gut genug, dass ich es selbst probieren wollte.

Als ich dorthin kam, war kaum jemand anderer dort – aber auch nicht in anderen Lokalen. Noch nicht ganz die Zeit fürs Abendessen? Weiss nicht, kümmert nicht, es sah gut aus.

Der recht junge Koch, der dort gerade arbeitete, war gerade mit der Zubereitung der Speisen, die ein junges Paar bestellt hatte, zugange, und ich fand auch hier wieder einen Platz an der Küchentheke, mit Platz auf die ganze Action.

Glühende Holzkohle, ein Gasbrenner um etwas fertig zu bräunen. Interessante Arbeit, schon das.

Einfachheit gewann für mich. Ich wusste, dass ich Tempura wollte, also einfach ein Omakase. „Koch, entscheide du.“

Bei Tempura ist das typischerweise eine mindestens ebenso gute Wahl wie bei Sushi. Die Chance ist gut, dass man dadurch auch etwas bekommt, was man sonst nicht bestellt und damit nicht probiert hätte, aber probieren sollte.

Es kam ein Tempura mit Garnele, wie so üblich, mit Fisch, mit verschiedenen Gemüsen – und, perfekt für mich: Unter den Gemüsen war auch ein Chilli, das ziemlich sicher Shishitou war. Und das als Tempura perfekt schmeckte!

Ganz so gut wie bei Kamachiku fand ich das Tempura hier nicht, aber es war ausgezeichnet. Womöglich hätte mir nur das rauchige Salz von Kamachiku gefehlt.

Der Mix an Zutaten machte ziemlich deutlich, dass japanische Küche sich auch (wie chinesische) mit „Mundgefühl“ spielt: Tempura hat immer seine Knusprigkeit (wenn es gut gemacht und frisch ist), aber der Fisch darin ist weicher, Garnele etwas „gummiger“, Kürbis schmilzt geradezu im Mund, Karotte ist insgesamt vergleichsweise knusprig-knackig…

Grundlegende Informationen

Tempura Yaoki
(auf Japanisch: 天ぷら 八百起)

Preisrahmen 1000-2000 JPY

Mittlere Zahl an Sitzplätzen

Nur Bargeld(?)

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