Der Letzte Kaiser des Grünen Chili

‚Auch in einem Gebäudekomplex in Khabarovsk, im Jahr 1945, war Pu Yi, der Letzte Kaiser der Qing-Dynastie. Er verbrachte fünf Jahre in sowjetischer Gefangenschaft nachdem sein, von den Japanern unterstütztes Westentaschenreich Manchukuo mit der Aufgabe Japans kollabiert war. Der gefallene Kaiser verbrachte seine Tage mit dem Studium der Diamant-Sutra und dem Anbau von grünem Chilli und von Tomaten im Hof während andere aus seinem zusammengeschrumpften Hofstaat in den Schlafzimmern Séancen hielten.‘

So schreibt (in meiner Übersetzung) Dominic Ziegler in „Black Dragon River. A Journey Down the Amur River at the Borderlands of Empires.“ Penguin Press 2015: 8

Das wird wahrscheinlich die einzige Erwähnung von grünem Chilli in diesem Buch sein und bleiben, bedenkt man, wie wenig populär es in der Gegend, um die es geht, ist.
Der Norden Chinas, die Mongolei und Russland sind nicht gerade die Gegenden, an die man denkt, wenn es um Chilli geht; die mandschurischen Qing sind wohl auch nicht gerade die grossen Chilli-Esser… Andererseits aber gibt es diese Erwähnung von Chilli eben doch, und der Anbau von Pfefferoni und Tomaten in den kurzen russischen Sommern ist doch eine beliebte Sache dort.

Ich kenne das auch aus dem Baltikum; ich hatte davon gehört, dass Pu Yi seine späteren Tage als Gärtner verbrachte – aber diese Mischung an Gartenfrüchten ist dennoch wenig chinesisch (oder Mandschu)…

Quelle ist dieses Buch (und ja, das ist ein Affiliate-Link):



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