Weniger Zucker, mehr Erbsen, das Exotikum…

Weniger Zucker, mehr Erbsen, das Exotikum…

Ausgerechnet mit der unscheinbaren Erbse hatte ich keine besonderen Erkenntnisse oder Erfahrungen erwartet. Erbsen, die warten einfach im Kilogrammbeutel tiefgekühlt oder in der Dose, manchmal vielleicht auch noch frisch zum Selberpuhlen – aber was soll an Erbsen schon besonderes zu erwarten sein?

Eigener Anbau und unsere Hunan-Küche im Burgenland haben dann aber doch dafür gesorgt, dass alles sich in etwas speziellere Richtungen entwickelt hat.

Erbsen, frisch gepuhlt
Erbsen, frisch gepuhlt

Angefangen hat das alles wieder einmal mit dem Sinn und Verständnis von Xiaohe für den (ihrer Meinung und Erfahrung nach) richtigen Geschmack einer Zutat oder Speise.

Erbsen werden auch in Hunan immer wieder verkocht, auf sehr schön einfache und doch aromatische Art (wir werden dazu gleich noch kommen).
Das Urteil über die Erbsen, die man hier (in Europa) bekommt, war allerdings ein vernichtendes: Kleine Zuckerbömbchen, diese Zuckererbsen, die überall als einizge Version derselben verhökert werden, aber kein Erbsengeschmack. Damit lässt sich dann kein aromatisches Essen machen, nur eines, das wie Dessert schmeckt, das aber nicht sollte.

Grund für mich, eine Sorte an Nicht-Zuckererbsen zu suchen.
Und man vergisst das ja nur zu gerne, bzw. man sieht es einfach nicht mehr, aber Erbsen gibt es in verschiedenen Varianten: Palerbsen, Markerbsen, Trockenerbsen; längst nicht nur Zuckererbsen.
Eine interessant klingende Sorte an Trockenerbsen war schnell gefunden; diese interessierte mich, weil sie also (auch) fürs Trocknen und die Verwendung in Suppe gut geeignet wäre.

Der Anbau letztes Jahr zeigte dann allerdings nur Probleme; im Sommer wurden die reifenden Erbsen von Pilz befallen, die Früchte wurden noch reif, aber zum Essen waren sie so nicht gut. Und ob ich sie so überhaupt aussäen sollte oder damit nur den Pilz weiter züchte?

Man lernt mit dem Lesen und dem Weiterversuchen, also wurde dieses Jahr erst einmal der Anbau wesentlich früher angesetzt. Erbsen sollen offenbar ohnehin als eine der ersten Feldfrüchte ausgesät werden.

Na gut, dann eben in den Boden in einem Glashaus, während es (draussen) manchmal noch Frost hat. Wachstum, tatsächlich; keine Frostschäden.

Erbsendschungel
Erbsendschungel

Gegen Sommer dann, trotz ständiger Nacktschneckenattacken, mannshohe Erbsenstauden die nun endlich blühen – und was für schöne dunkle Blüten Erbsen doch produzieren! – und fruchten.

Erbsenblüte
Erbsenblüte

Mit der beginnenden Hitze folgen erste Zeichen von Pilzbefall, also wird damit gleich einmal, sobald die Erbsen schön prall sind, abgeerntet und gerodet.

Erbsenernte
Erbsenernte

Resultat: Gut 1 kg feinster, frischer und vor allem nicht süsser sondern schön markiger, erbsiger, Erbsen.
Nicht viel an Essen, aber doch ein paar Gerichte. (Rezepte folgen gleich noch…)

Pralle Erbsenschoten
Pralle Erbsenschoten

Und natürlich einiges an getrockneten Erbsen, diesmal (grossteils) ohne den Pilzbefall, als Saatgut für das nächste Jahr.
Stellt sich nur noch die Frage, wie ich den Anbau ausweite und gleichzeitig mit den Erbsen auch grünes Chilli produziere, damit gleich die zwei wichtigsten Zutaten für die wichtigsten Erbsenrezepte aus Hunan aus dem eigenen Garten kommen…

Im Glashaus, da sind an die Stelle der Erbsen gleich einige der Bittermelonen nachgerückt, die im Freien erst noch unter den Schnecken gelitten hatten. Mittlerweile sind sie auch im Freien in die Höhe geschossen, aber unter Glas noch wesentlich produktiver und auch schon wieder in Kopfhöhe unterwegs. Aber die Bittermelonen sind eine andere Geschichte…



2 thoughts on “Weniger Zucker, mehr Erbsen, das Exotikum…”

Kommentar verfassen


%d Bloggern gefällt das: