Frühling und die Magie des Chilli

Frühling und die Magie des Chilli

Es ist wieder einmal die Zeit des Jahres, wenn der Chillianbauer sich mit der Aussaat ins Zeug legt.

Ist es ein wenig zu früh oder doch schon ein wenig zu spät? So oder so, es ist an der Zeit, die Samen in die Erde zu bekommen. Oder doch besser in Torftöpfchen? Oder Anzuchterde? Oder… hmmm.

Chilli Keimung
Keimendes Chilli, immer wieder ein schöner Anblick

Wo ich gerade versuche, auch Samen von anderen scharfen Gewürzen zum Keimen zu bringen, werden die ‚magischen‘ Fähigkeiten des Chilli gerade überdeutlich: nicht nur, dass es sehr effektiv (ja: scharf) ist, es bietet auch eine ganz besondere ‚Nutzerfreundlichkeit‘, denn Chilli ist wahrscheinlich unter den am leichtesten aus Samen zu ziehenden Pflanzen.

Die Erde sollte schon warm genug sein, sicher, aber man muss sich wenig darum kümmern, wie tief man die Samen pflanzt oder ob sie Licht oder Dunkelheit zum Keimen brauchen, geschweige denn sich mit Skarifikation oder Kaltkeimungstechniken oder dergleichen herumplagen.

Nicht dass sich manche Leute nicht gerne um derartige Dinge Gedanken machen. Manche wollen Chillitypen kultivieren, die nicht die üblichsten sind und vielleicht von ein wenig spezielleren Techniken profitieren, vielleicht hilft eine Vorbehandlung mit Kamillentee ohnehin bei der Keimung und gegen Schimmel, bla bla bla… Sehr wahrscheinlich wird es alles keinen grossen Unterschied machen.

Keimende ChillisamenSolange die Samen von der Vorsaison oder jedenfalls nicht zu alt sind, und solange sie nicht aus Chillischoten stammen, die zu heiss getrocknet worden waren, solange keimen sie meistens gut.

Besonders in wärmeren Klimazonen, aber manchmal sogar in gemässigten, taucht Chilli manchmal sogar als eine Volontärpflanze auf. Die Samen (oder ‚Schoten‘) waren einfach irgendwo gelandet und wachsen nun dort, ohne jemals bewusst gepflanzt worden zu sein.

Das führt auch zur zweiten ‚Zauberkraft‘ des Chilli:

Capsicum ist eigentlich eine (sub)tropische Gattung, es also gewöhnt in einem Klima zu wachsen, in dem Wachstumsperioden nur durch ein wenig kühlere Zeiten (immer noch ohne Frost) unterbrochen werden… aber es gedeiht genauso gut, so wie auch die meisten Chilli-Anbauer um die Welt es kennen, als einjährige Pflanze.

Diese Anpassungsfähigkeit, von den eigentlichen wärmeren Heimatgebieten, wo es mehrjährig wachsen würde, in kältere Regionen, wo es als Annuelle wächst (bzw. angebaut wird), hat es dem Chilli erlaubt, sich mehr zu verbreiten, als jedes andere scharfe Gewürz.

Im Herbst, wenn die Tage kühler werden, dann kommt natürlich auch wieder die Zeit wo die vorrangige Magie des Chilli bemerkbar wird, für die man es entweder liebt oder ablehnt: die Schärfe.

Hier zeigt sich auch wieder, wie Vielfalt und Anpassungsfähigkeit dem Chilli geholfen haben. Seine Schärfe kann wesentlich stärker sein als die jedes anderen scharfen Gewürzes (wobei das wahrscheinlich auch ein wesentlicher Grund ist, warum das Chilli in der gehobenen Küche wenig Anklang gefunden hat), ebenso aber gibt es Formen von Chilli, die ihre Schärfe verloren haben und als Gemüse(paprika) beliebt wurden…



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