Chilli und die Gefühle … bis hin zu Folter und Krieg

Chilli soll schon bei den Azteken in einer Beziehung zum Gefühlsleben gestanden sein – kein Wunder, bei einem so feurigen und feurig-roten ‚Geschöpf‘; das moderne Mexiko jedenfalls sieht es als nahezu synonym mit dem Sex… bis dahin, dass el chile auch gleich ein Ausdruck ist, mit dem man auch den Penis meinen kann.

Auch das Europa des Barock erkannte gewisse Beziehungen. Hier, so heisst es, stand das Chilli als Symbol für die blendende Schönheit, die gut aussieht aber Tränen des Schmerzes hervorrufen wird.

Chilli hat aber nicht nur symbolische Bedeutung.

Codex Mendoza 60r, Chilli zur BestrafungIn der aztekischen Oberschicht, wie im Bild links (aus dem Codex Mendoza) dargestellt, diente der Rauch brennenden Chillis als Mittel der Kindererziehung. Es wird aber ebenso davon berichtet, dass Kriegsgegner – und manchmal andere unliebsame Genossen, das geschah nämlich auch einmal mit Tribut-Eintreibern… – mit demselben Mittel ausgeräuchert oder sogar erstickt wurden.

Das gibt anderen Situationen einen ganz anderen Klang. Man denke nur an das – ganz normale – Kochen mit Chillis z.B. in Hunan (das oft zu leichten Hustenanfällen führen kann), die Feuerwehreinsätze die das ab und an in Europa auslöst, oder die Geschichte wonach das Naga Jolokia/Bhut Jolokia Chilli dadurch als Rekordhalter an Schärfe bekannt wurde, weil das indische Militär nach einem Rohstoff für effektiveren Pfefferspray suchte…

„Du bist wohl verrückt…“

Gefühle spielen selbst beim Anbau – und nicht nur beim Konsum – des Chilli eine Rolle.

Begeisterten Chilliessern wird schon mal erklärt, sie müssten doch verrückt sein, sich so gerne so zu quälen. Interessanterweise findet sich mancherorts (bis hin zu den Simpsons) die Vorstellung, Chillis würden ganz besonders gerne, gut und vor allem scharf wachsen wenn sie von Verrückten angebaut würden.

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