Chilli in Hunan 2: Das ‚Schulfeld‘

Chilli in Hunan 2: Das ‚Schulfeld‘

Eine meiner grossen Faszinationen Chinas war schon seit dem ersten Besuch etwas ganz kleines, kaum zu bemerkendes: Man hört ständig von der raschen Urbanisierung des Landes, die natürlich auch sehr augenfällig ist – aber inmitten der Besiedelung des Landes finden sich auch die Spuren seiner starken landwirtschaftlichen Prägung.
Wo auch immer noch Land frei ist, seien es nun Ackerflächen zwischen den Häusern oder auch nur Strassenränder oder bessere Blumentröge vor Häusern und Geschäften, dort wird oft Gemüse angebaut.

Im heutigen Beispiel sehen wir uns das ‚Feld‘ an, wo schon das Willkommensvideo aufgenommen worden war. Es liegt am Rand der Schule, wo der Vater meiner Frau arbeitet und die Familie daher auch wohnt. (Vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Schlafsäle bzw. Wohnungen sind in China noch immer recht üblich.)

Wie sich in späteren Gesprächen herausstellte, ist es nicht dieses ganze Areal, das von ihnen genutzt wird, sondern es wird von mehreren Personen/Familien bestellt; zwei Reihen sind jene der Schwiegereltern. Überraschung: Es sind jene, von denen eine ganze Reihe nur für Chilli genutzt wird…

Der andere Anbau von ihnen waren lange Bohnen, Auberginen (Melanzani) und Wasserspinat (KongXinCai); Gemüse die gut wüchsig sind, einigen Ertrag abliefern und von allen in der Familie gerne gegessen werden.

Dazu kommt noch – und das soll nicht unerwähnt bleiben – dass man sehr gerne etwas eigenes und für den Eigenbedarf angebautes Gemüse hat, nicht nur weil es gut schmeckt und nicht gekauft werden muss, sondern auch weil man dann weiss, wie es angebaut wurde.
Gekauftes kommt in China nur zu oft in die Schlagzeilen, weil es verfälscht, gefälscht oder auf sonst zweifelhafte Art hergestellt wird; die allgemeine Umweltverschmutzung trägt noch ihres dazu bei.
Es ist das eine der zwiespältigsten ‚Entdeckungen‘ im Land: Einerseits hat Essen einen überaus hohen Stellenwert in der chinesischen Kultur, und es wird fantastisch gut gekocht; andererseits aber schwingt fast ständig die Frage mit, was wohl diesmal noch alles in den Zutaten zu finden wäre…

Mit diesem Thema möchte ich aber nicht abschliessen, denn was man im Alltag bemerkt, dass ist tatsächlich eine sehr schmackhafte, vielfältige Küche, mit wunderbaren – in Hunan, nicht abschreckend aber auch nicht zu unterschätzend scharfen – Aromen, gerne einigem an Fleisch aber stets eher mehr an Gemüse, und mit ausgezeichneten Mischungen verschiedener Gerichte, Geschmäcker und Mundgefühle.



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