Vibrierende Sichuanpfeffer-Nachrichten

Vibrierende Sichuanpfeffer-Nachrichten

Gerade als ich den Sichuanpfeffer, den wir aus China mitgebracht hatten, durchsah und umpackte, eingehüllt in eine Wolke seines faszinierenden Aromas, kam eine neue Studie heraus, die diese kleinen Geschmacksbomben in die Nachrichten brachte.

Chilli und der davon verursachte Schmerz ist schon vor langer Zeit, im Versuch zu verstehen, was sie eigentlich so „brennend“ macht und wie (diese) Temperaturempfindung überhaupt funktioniert, untersucht worden.
Der Sichuanpfeffer hat die Forscher offenbar auch angezogen. Auch um Empfindungen zu verstehen, diesmal allerdings Berührungen.

Berührungen?

SichuanpfefferWer Sichuanpfeffer schon einmal gegessen hat (oder eigentlich, genutzt, denn essen sollte man ihn eigentlich nicht), der wird mit dem betäubenden, prickelnden Gefühl, das er verursacht, vertraut sein… und der Studie zufolge ist das Gefühl von Sichuanpfeffer auf den Lippen dasselbe Gefühl wie eine Berührung.

Oder eigentlich, nicht einfach eine Berührung, sondern eine Vibration, und zwar mit einer Frequenz von 50 Hz.

Charles Spence, „Neurogastronom“, war von dem Ergebnis offenbar angeregt zu Träumen von neuen multisensorischen Esserlebnissen, die sich auf dieser Erkenntnis aufbauend gestalten liessen; Shanghaiist las die Studienergebnisse etwas anders, als Vorspiel zu ganz neuen, auf der „Vibration“ von Sichuanpfeffer basierenden Sexprodukten…

Letztere lieferten auch gleich eine der schönsten Beschreibungen für die Nutzung von Sichuanpfeffer und Chilli in der Küche von Sichuan: Sichuan-Pfefferkörner, welche die nuklear-scharfen Chillis mit einem euphorisch-vibrierenden Gefühl konterkarieren – in einem der wahrscheinlich sadomasochistischsten kulinarischen Erlebnisse, die man nur machen kann.



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